Konkret bedeutet das mittelfristig
ein erleichterter Zugang zum Internet
gezielte Bereitstellung von Informationen aus dem lokalen Umfeld der NutzerInnen
Bereitstellung von Senatsdaten oder sonstigen Informationen von staatlicher Seite
Rücksichtnahme auf Menschen, die aus nicht-technischen Erwägungen am Internet
teilhaben wollen
soziale Vernetzung durch verstärkten Ausbau von Echtzeit-Kommunikation zwischen
den NutzerInnen der "Internationalen Stadt", anderen digitalen Städten und dem
Internet
Navigationshilfen zur gezielten Informationssuche durch unterschiedliche Sichten auf
die "Internationale Stadt"
die NutzerInnen gestalten ihre eigene Web-Seite, die für andere einsehbar ist
bidirektionale Interaktion zwischen den BetreiberInnen und NutzerInnen des Systems
der Anteil der Gestaltungsmöglichkeiten für die NutzerInnen steigt erheblich und
Inhalte der Informationsangebote innerhalb der "Internationalen Stadt" werden durch
sie selber bestimmt
neue Informationsressourcen werden durch sozialen Austausch generiert Besucher
aus dem Internet bekommen einen authentischen Einblick in die lokalen
Befindlichkeiten
öffentliche Terminals an verschiedensten Orten der Stadt, um vielen Menschen die
Teilnahme zu ermöglichen
Cyber-Angels -eine selbsternannte Internet-Bürgerwehr- durchstreifen das Internet nach- aus
ihrer Sicht- fragwürdigen Inhalten und melden diese an Provider (zum Sperren der Quellen)
oder Polizei und Staatsanwaltschaft (zur Strafverfolgung). Der Ruf nach einer Cyber-Polizei
wird schon laut (nach Presseberichten auch mehr und mehr praktiziert) und ist in Form von
Abgreifbefugnissen bei grenzüberschreitendem Datenfluß für den BND bereits erlaubt. Man
erinnere sich an die frühere Bemerkung: Selbst die Email an den Nachbarn kann über
Amerika oder Australien laufen, also die Grenzen überschreiten, an denen der BND lauschen
darf. Da BND und Polizei nicht mehr ausreichend gegeneinander abgeschottet sind, kann das
Stichwort "Drogen" im Betreff einer Mail also z.B. dem Drogenhelfer jederzeit eine
Polizeiaktion ins Haus bringen.
Vernetzte Arbeitsplatzrechner (auch außerhalb des Internet) sind ohne weiteres von den
Vermittlungsrechnern aus durchforschbar. Arbeitnehmerprofile zu erstellen ist technisch kein
Problem.
Genug der Beispiele: In EDV-Netzen und im Internet gibt es so gut wie keine technische
Gewähr für Datenschutz.
Das Negativ-Szenario
Da gleicher Zugang für Alle auf absehbare Zeit Illusion ist, kommt es zur Bildung von
Informationseliten auf der einen und einem elektronischen Proletariat auf der anderen
Seite.
Die Virtualisierung der Verwaltung führt zu einer Entmenschlichung und damit zu
noch stärkerer Entfremdung und Intransparenz. Die Administration spart Zeit und
Kosten, indem sie einen Teil der Arbeit auf die Bürger abwälzt.
Die Auskunftsbereitschaft der Verwaltung wird auch durch elektronische
Informationssys-teme nicht steigen. Verwaltungswissen ist nach wie vor
Herrschaftswissen.
Durch die Informationsflut gehen wirklich wichtige und qualifizierte
Diskussionsbeiträge unter. Die Masse der Äußerungen führt zu einer
Unübersichtlichkeit, die viele Bürger eher von mehr politischem Engagement
abschreckt, als dazu zu ermuntern.
Die Fälschung von Informationen ist ohne elektronischen Fingerabdruck eine
ständige Bedrohung; erhebliche Datenschutzprobleme lassen sich auch in Zukunft
nicht lösen.
Auf Druck der ständigen Meinungsumfragen und E-Mail-Lawinen wird es vermehrt zu
populistischen und kurzsichtigen Entscheidungen der Volksvertreter kommen.
Das Positiv-Szenario
Die Verwaltung wird 24 Studen am Tag erreichbar sein und Services anbieten, wann
und wo es der Bürger bevorzugt. Durch die Zeitersparnis bei Arbeitsabläufen und
Verfahren können sich die Mitarbeiter vertärkt der persönlichen Beratung zuwenden.
Elektronische Netze bieten die Chance, die Politikverdrossenheit durch den Aufbruch
eingefahrener Strukturen und die Revitalisierung des politischen Systems zu
überwinden.
Durch die Entwicklung virtueller Gemeinschaften mit verbesserten
Kommunikationsmög-lichkeiten entsteht mehr Bürgerbeteiligung und -service sowie
neue Formen von Basisdemokratie. Politische Eliten und Lobbyisten verlieren
zugunsten der Bürger an Macht.
Das Informationsmonopol der etablierten Medien wird gebrochen; der
Informationsvor-sprung der Eliten gegenüber dem Bürger abgebaut. Die leichte
Zugänglichkeit ermöglicht allen Bürgern die Beteiligung an politischen Prozessen.
Durch virtuelle Debatten und Diskussionen sowie der leichten Errechbarkeit über
E-Mail stellen sich die Volksvertreter stärker den Bürgern und sorgen dabei für mehr
Transparenz.
Beide Szenarien stellen Extrempunkte der Bandbreite möglicher Entwicklungen dar.
Damit in der Zukunft eher die positiven Aspekte überwiegen, müssen auf allen
gesellschaftlichen Ebenen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden.
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